Diagnose CFS: So gehe ich als Arzt vor
Bevor die Diagnose CFS gestellt wird, haben viele Betroffene schon ein Vielzahl von Arztbesuchen hinter sich. Häufig liegt es daran, dass CFS ( = Chronic Fatigue Syndrome) nicht so leicht feststellbar ist. Während andere Erkrankungen sich beispielsweise anhand von Röntgenbildern und Laborwerten diagnostizieren lassen, erfordert CFS/ME eine andere Vorgehensweise.
Anamnese: oft Schlüssel zur Diagnostik
Im ausführlichen Erstgespräch beschreiben viele CFS-Patienten bereits sehr typische Krankheitssymptome, die für den Arzt wegweisend sein können. Zur weiteren Beurteilung nutze ich die sogenannten Kanadischen Konsenskriterien. Nach diesem diagnostischen Kriterienkatalog treten bei CFS-Patienten folgende Symptome auf:
Erschöpfungszustand
- neu auftretender, unerklärlicher oder wiederkehrender körperlicher oder mentaler Erschöpfungzustand, der das Aktivitätsniveau seit mindestens sechs Monaten erheblich reduziert.
- kein Zusammenhang mit einer organischen Erkrankung oder einer anhaltenden Anspannung
- lässt sich durch Ruhe nicht beheben
- deutliche Reduktion der bisherigen beruflichen /schulischen, sozialen und persönlichen Aktivitäten
Mindestens vier der folgenden Symptome bestehen seit mehr als sechs Monaten:
- Gedächtnis- und Konzentrationsbeschwerden
- Halsschmerzen
- Schmerzhafte Lymphknoten cervikal oder axillär
- Muskelschmerzen
- Schmerzen in mehreren Gelenken
- Neu aufgetretene Kopfschmerzen
- Schlafstörungen, nicht erholsamer Schlaf
- Zunahme der Beschwerden nach Anstrengung
Weiterhin müssen andere zur Erschöpfung führende Erkrankungen ausgeschlossen werden, zum Beispiel:
- Krebserkrankung
- Depression
- Chronische Infektionen, z.B. Hepatitis
- Autoimmunerkrankungen
Neben körperlichen Untersuchungsmethoden führe ich deshalb in meiner Praxis oft folgende Laboruntersuchungen durch:
Laborwerte
- Differentialblutbild
- Nierenwerte
- Leberwerte
- Blutzucker
- Immunglobuline Ig G, A, M, E
- Schilddrüsenwerte mit Marker für Hashimoto
- Entzündungswert
- Rheumawerte
